Meine Hochzeit war wunderschön. Wirklich. Aber wenn ich heute mit dem Wissen von damals neu starten würde, gäbe es drei Entscheidungen, die ich ganz anders treffen würde. Eine davon betrifft die Fotos – und wird dich überraschen.
Es ist jetzt über ein Jahr her, seit mein Mann Thomas und ich geheiratet haben. Seitdem habe ich viele Hochzeiten in meinem Freundeskreis erlebt – als Gast, als Trauzeugin, als stille Beobachterin. Und jedes Mal denke ich: Die machen genau die gleichen Fehler, die ich gemacht habe.
Ich möchte ehrlich sein, weil ich denke, dass das mehr wert ist als Hochglanz-Berichte. Hier sind die drei Dinge, die ich komplett anders angehen würde.
Ich habe 3.200 Euro für meinen Hochzeitsfotografen bezahlt. Dreimal betonen: Dreitausend zweihundert Euro. Damals habe ich das nicht hinterfragt – schließlich wollen wir alle die perfekten Fotos, und das kostet eben was. So war der Gedankengang.
Was ich bekommen habe: 412 Fotos, geliefert nach neun Wochen. Technisch einwandfrei. Scharf, gut belichtet, anständig bearbeitet. Aber ich kann euch sagen: Die besten Bilder des Abends hat meine Freundin Julia gemacht. Julia, die keine Ahnung von Fotografie hat. Julia, die ihr iPhone 15 Pro und eine App mitgebracht hat, die ihr durch alles geführt hat – Pose für Pose, mit Live-Anzeige für Licht und Timing.
Julias Bilder: waren am nächsten Morgen retouchiert, fertig, in meiner WhatsApp. Meine Lieblingsfotos? Alle von Julia. Das romantische Bild auf der Treppe? Julia. Der Moment, als ich meinen Vater umarmt habe? Julia. Der erste Tanz, von hinten, mit dem Kerzenlicht? Julia.
Der Profi hat eine technische Dokumentation des Tages geliefert. Julia hat Emotionen eingefangen. Und sie hat mir die Fotos noch am gleichen Abend geschickt – retouchiert, professionell, fertig. 3.200 Euro vs. 0 Euro. Das lässt mich nachts nicht schlafen.
Wir haben für 80 Gäste ein Buffet gebucht, das wirklich gut war. Aber wir haben uns von einem Catering-Unternehmen überreden lassen, teure Appetizer zu buchen, die nach drei Stunden Party ohnehin niemand mehr angeschaut hat. Das waren locker 600 Euro, die in Frischkäse-Häppchen verschwunden sind, die meine Tante Gabi als erste und letzte gegessen hat.
Was ich heute täte: Weniger, dafür besseres Essen. Qualität statt Quantität. Und ein Buffet, das wirklich bis Mitternacht ausreicht, statt eines Luxus-Starters, der nach einer Stunde vergessen ist.
Ich habe den halben Tag damit verbracht, Details zu kontrollieren. Sind die Blumen gut positioniert? Hat jeder seinen Platz? Ist die Musik laut genug? Stimmt das Timing? Irgendwann gegen 15 Uhr hat mein Mann mich an der Hand genommen und gesagt: „Sarah. Schau mal hin. Alle lachen. Alle haben Spaß. Es ist gut."
Er hatte recht. Ich habe mir den schönsten Teil des Nachmittags mit unnötigem Stress ruiniert. Mein Tipp: Gib die Kontrolle früh ab. Bitte jemanden, den du wirklich vertraust, die Logistik zu übernehmen. Und dann: genieß deinen eigenen Tag.
Ich möchte nicht nur über Fehler reden. Was wirklich funktioniert hat: Wir haben auf Hochzeitsreden von Herzen gesetzt, nicht von der Stange. Jeder, der etwas sagen wollte, durfte – mit einem Zeitlimit von drei Minuten. Das Ergebnis war magisch: persönlich, lustig, ehrlich.
Und: Wir haben den Abend für uns enden lassen, nicht für die Gäste. Um halb zwei haben wir uns einfach verabschiedet. Raus, Hotel, Champagner, Ruhe. Die beste Entscheidung des Tages.
Und dann war da noch Julias iPhone. Das war definitiv richtig – auch wenn ich es nicht geplant hatte. Die Fotos sind heute mein Lebensschatz. Sofort verfügbar, retouchiert, echt. Keine neun Wochen Wartezeit. Kein „wir liefern wenn wir Zeit haben". Sondern: Hochzeit am Samstag, Fotos am Sonntagmorgen, Danksagungen am Montag verschickt. So sollte es sein.
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